Freundliche Übernahme

In ihrer umfangreichen Reportage zeigen die beiden Autoren, dass China inzwischen die Lebensumstände in Europa stärker prägt, als es der Allgemeinheit bewusst ist. Sie haben auf Grönland und in Island recherchiert und herausgefunden, dass China Freundliche Übernahme jede Möglichkeit nutzt, um seinen Einfluss zur Geltung zu bringen. Geht es zunächst scheinbar nur um wirtschaftliche Interessen und willkommene Investitionen, so zeigt sich schnell, dass sich Chinas Einfluss keineswegs auf die Wirtschaft beschränkt, sondern zu chinesischen Einwanderwellen führt und dass reiche Chinesen sich außerhalb ihres riesigen Landes absichern wollen und Möglichkeiten der Geldwäsche nutzen. Klar wird auch: Die Erwartung, durch intensive Beziehungen werde im kommunistischen und menschenverachtenden China allmählich ein Wandel durch Annäherung bewirkt, entbehrt bis jetzt jeder Grundlage. Ein wichtiger Abschnitt des Buches beschäftigt sich mit der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, die entgegen allen Abmachungen immer stärker von China gleichgeschaltet wird. Auch das angespannte Verhältnis des Vatikans zu China und die Lage der chinesischen Katholiken wird behandelt. (Wenn dabei der Vatikan als kleinster, aber einflussreichster Staat der Welt bezeichnet wird, liegen die Verfasser allerdings gründlich daneben.) - Warnend darauf hinzuweisen, dass China immer stärker die Rolle der bestimmenden Weltmacht anstrebt und Vorsicht geboten ist, ist ein ernstzunehmendes Anliegen der beiden Verfasser. Größeren Büchereien mit politisch interessierten Lesern zu empfehlen.

Hans Niedermayer

Hans Niedermayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Freundliche Übernahme

Freundliche Übernahme

Juan Pablo Cardenal ; Heriberto Araújo
Hanser (2017)

349 S.
fest geb.

MedienNr.: 853905
ISBN 978-3-446-25500-5
9783446255005
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So, Ge
Diesen Titel bei der ekz kaufen.