Every body counts
Obwohl im Protokoll von Palermo im Jahr 2000, das bis heute von mehr als 180 Staaten unterzeichnet wurde, Maßnahmen gegen den Menschenhandel gefordert werden, hat man kaum Erfolge gegen diese perfide Form des organisierten Verbrechens erzielt. Die
Journalistin hat sich eingehend mit dem Thema beschäftigt. Sie hat mit Tätern und Opfern gesprochen, um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Sie war auf einem NGO-Rettungsschiff unterwegs und hat das Elend derjenigen mit eigenen Augen gesehen, die mit Schlauchbooten auf das Mittelmeer geschickt werden, um dort aufgegriffen und nach Europa gebracht zu werden – zu den mafiösen Banden, die die menschliche Fracht bestellt haben. Im Focus stehen aber auch die Schicksale von Zuwanderern in Amerika, die in der Illegalität rücksichtslos ausgebeutet werden, oder von Arbeitssklaven in Asien. Dabei geht es nicht nur um moderne Sklaverei, sondern auch um den Handel mit Organen, die den Opfern häufig gewaltsam entnommen werden. – Die fesselnde Reportage sollte in möglichst vielen Büchereien zu finden sein.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Every body counts
Barbie Latza Nadeau ; aus dem Englischen von Alexanda Weber
hanserblau (2025)
270 Seiten
fest geb.