Falls jemand fragt, wer wir waren
Tilla lebt 1953 in der DDR in einem Kinderheim, bis eines Tages ihr Vater aus dem KZ kommt und sie in Halle eine kleine Wohnung beziehen. Freundinnen hat Tilla keine, bis die taffe Rena in ihr Leben tritt. Die beiden verbringen einen wunderbaren Sommer
in einem alten Eisenbahnwaggon an der Saale. Doch plötzlich verschwindet Rena spurlos. Tilla versucht, sie zu finden, muss aber feststellen, dass Geschichten, die Rena über sich erzählt hat, gelogen sind. Als Tilla eine Frauenleiche findet, fängt sie an, einige Dinge zu hinterfragen, auch die Vergangenheit ihres Vaters und seine jetzige Tätigkeit in einer Behörde. Ihre Beziehung zu Roman, dem Sohn des Polizeichefs, ist schwierig. Die Wende kommt erst nach dem Volksaufstand am 17. Juni. Ein berührender Roman über eine junge Frau, die aufwacht und unbeirrt ihren Weg geht. Sehr zu empfehlen.
Pia Jäger
rezensiert für den Borromäusverein.
Falls jemand fragt, wer wir waren
Eva Kranenburg
hanserblau (2026)
287 Seiten
fest geb.