Glückskind

Necla Kelek, die 1957 in Istanbul geborene Publizistin und Soziologin, gehört zu den bekanntesten Stimmen, die sich zur Integration und zum Islam in Deutschland und zur Gleichberechtigung der Frauen äußern. Sie wächst in Istanbul und Zentralanatolien Glückskind auf und kommt 1966 als „Gastarbeiterkind“ nach Bückeburg. Im Gegensatz zu ihrem Vater, der sich nach einigen Jahren von der Familie trennt, integriert sie sich, wenn auch mit anfänglichen Schwierigkeiten, macht Schul- und Lehrabschlüsse und beginnt schließlich ihr Studium in Hamburg. – Die Autorin ist bekannt – oder „berüchtigt“ – für ihre kritische Haltung gegenüber dem Islam als Religion und dessen Abgrenzungstendenzen und dessen fundamentalistischen Positionen. Umso überraschender mag für die LeserInnen da die meist liebevolle Beschreibung ihrer Kindheit in der Türkei sein, die tiefe Einblicke in die dortige Gesellschaft und das Familienleben geben. Die Schilderung ihrer ersten Jahre in Deutschland lässt ahnen, wie schwer es für die immer schon freiheitsliebende Jugendliche war, die beiden Welten in und für sich selbst zusammenzubringen und letztendlich ihren Platz zu finden. – Eine gut lesbare und interessante Autobiografie, die den LeserInnen einen gelungenen Einblick in die „beiden Welten“ der jungen Necla Kelek gibt.

Michael Sanetra

Michael Sanetra

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Glückskind

Glückskind

Necla Kelek
Herder (2026)

336 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 626475
ISBN 978-3-451-03737-5
9783451037375
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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