Das Fest der Menschwerdung
Weihnachten ist, gemessen an der emotionalen Bedeutung innerhalb der Familie, aber auch aufgrund des teilweise überbordenden Konsums, das gesellschaftlich wichtigste Fest im Jahr. Jedoch wird das Geburtsfest Jesu Christi in der Theologie, besonders
im deutschsprachigen Raum, nur am Rande wissenschaftlich betrachtet. Um diese Lücke ein wenig zu schließen verfasste der Theologe Stephan Wahle seine Habilitationsschrift zur Bedeutung von Weihnachten. Dabei möchte der Autor einen Überblick über die historisch biblischen Grundlagen, der Liturgie des Festes und den Transformationsprozessen in Kirche und Gesellschaft geben. Die leicht überarbeitete Fassung der Habilitationsschrift ist trotz ihres wissenschaftlichen Charakters auch für nicht studierte Gläubige sehr gut verständlich. Dies liegt in erster Linie an dem guten Aufbau sowie der Struktur der Kapitel. Darüber hinaus sollte sich das Werk, laut Wahle, auch "nicht auf einen akademischen Binnendiskurs beschränken" (S. 14), sondern möglichst viele Interessierte ansprechen. Diesen Anspruch wird das Buch durchaus gerecht, schließlich handelt es sich nicht um eine Spezialstudie, sondern vielmehr um ein Kompendium zum Fest der Menschwerdung Jesu. Zu Vorbereitung von Religionsunterricht oder Bibelstunden geeignet - für größere Bestände mit theologisch interessiertem Publikum.
Sebastian Heuft
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Fest der Menschwerdung
Stephan Wahle
Herder (2015)
432 S. : Ill. (z. T. farb.)
fest geb.