In Würde Eltern
Wenn wir Eltern werden, verändert sich so vieles. Wir werden durch das Kind nicht nur zu neuen Menschen, sondern gleichzeitig zu Superhelden, die Unfassbares leisten. Denn auf uns lasten so viel Erwartungen, wir haben das Gefühl, nie gut genug zu
sein, wir vergleichen uns und kämpfen mit Glaubenssätzen aus unserer eigenen Kindheit. Matthias Jung zeigt in seinem Buch auf sehr witzige und absolut ehrlich Weise, wie wir Stück für Stück in unsere neue Rolle wachsen dürfen, uns dabei Fehler passieren dürfen, wir das alles anstrengend finden dürfen und Nachtsicht mit uns selbst haben dürfen. Wir werden ermutigt, Erziehung auch als Weg zu uns selbst zu sehen und an den Themen zu arbeiten, für die unsere Kinder zuverlässig die Triggerknöpfe finden. Er geht den Fragen nach, wie die Geburt eines Kindes alles auf den Kopf stellt, wie sich unsere Paarbeziehung verändert und wie die Beziehung zu unseren eigenen Eltern, was sich an unserer Erwerbsarbeit ändert und wie Elternsein dazu führen kann, dass nur noch die wahren Freunde bleiben. Der Autor macht ganz viele teils urkomische Geständnisse darüber, was nach der Geburt seiner Kinder so alles schiefgelaufen ist, und lässt andere Eltern zu Wort kommen, die ihre Geschichten teilen. – Egal ob für werdende Eltern als Vorbereitung aufs Elternsein oder für Eltern, die schon länger Kinder haben, dieses Buch tut gut, weil es die ungeschönte Wahrheit über das Leben mit Kindern aufzeigt. Die Ehrlichkeit tut gut und zeigt, dass wir mit all unseren Zweifeln und Schulgefühlen nicht allein sind. Matthias Jung schafft es, dass wir das Bild von perfekten Eltern loslassen können – und das mit ganz viel Humor und Wortwitz!
Ulla Hittmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
In Würde Eltern
Matthias Jung
Herder (2026)
223 Seiten
kt.