Adlon

"Auch wenn wir nicht selbst beteiligt waren - unsere Vergangenheit hat uns nie losgelassen. Bis heute." Aufgewachsen mit dem Leitspruch seines Ururgroßvaters "Adlon oblige" sowie mit den Erzählungen seiner Eltern, seiner Großmutter, zahlreicher Adlon Tanten und Onkel ist Felix Adlon die wechselvolle Geschichte seiner Familie und des Hotels so nahe, dass er sich verpflichtet fühlte, dem Mythos Adlon" die nicht immer glanzvolle wie konfliktreiche Realität mit dramatischen und leidvollen Ereignissen entgegenzusetzen. Natürlich bleibt er als Familienmitglied nicht frei von Stolz und Bewunderung für die Leistungen seiner Vorfahren, aber dennoch gibt seine Chronik interessante, spannende und unterhaltsame Einblick in den Familienverband, das Unternehmen "Grand Hotel Adlon", aber eben auch in die deutsche Geschichte der letzten 150 Jahre. Lorenz Adlon (1849-1921), in einfachen Verhältnissen aufgewachsen (Vater Schuhmacher), Tischlerlehre, Soldat (1870/71 "kulinarische Frankreichreise"), Gastwirt (Mainz), Hotelier (Amsterdam), plant, baut und eröffnet - auch mit Unterstützung Kaiser Wilhelms II. - in Berlin das international hochgeschätzte Adlon, ein Hotel mit neuester Technik, größtem Luxus und feinster Gastronomie. Nach Einbrüchen im 1.Weltkrieg und den anschließenden Unruhen, dem Boom in den "Goldenen Zwanzigern" folgen der Nationalsozialismus (geschicktes Lavieren), Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau nach der Wiedervereinigung. Verwoben mit diesen wechselvollen Abläufen erzählt der Autor familiäre Ereignisse und Entwicklungen, die deutlich machen, dass Sorgen, Leid und Enttäuschung auch vor dieser Familie nicht Halt machten. - Kurzweilige, leicht zu lesende Familiengeschichte.

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Adlon

Adlon

Felix Adlon mit Kerstin Kropac
Heyne (2021)

285, [32] Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.

MedienNr.: 989589
ISBN 978-3-453-21809-3
9783453218093
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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