Schwarz steht mir einfach nicht
Anja und Kai sind ein ganz normales Ehepaar und haben einen vierjährigen Sohn, als sie erfahren, dass der 30-jährige Ehemann an unheilbarem Magenkrebs erkrankt ist. Nach dem ersten Schock versuchen sie, das Beste aus der Situation zu machen. Die
Autorin beschreibt in ihrer bewegenden Geschichte, wie sie die Krankheit als Teil ihres Lebens akzeptiert, sich nichts vorgemacht haben und sich in den zwei Jahren bis zu seinem Tod gemeinsam auf das unvermeidbare Sterben vorbereitet haben. Dabei sagt sie auch sehr deutlich, dass sie ihren Mann zunächst nicht geliebt habe, sie unter anderen Umständen sicher nicht zusammen alt geworden wären, sie aber in dieser Zeit begonnen hätte, ihn unendlich zu lieben. Das Leben mit der Krankheit ist ein ständiges Auf und Ab, Kai wird zwischenzeitlich durch die Schmerzmedikamente drogenabhängig, aber die Liebe und Kraft seiner Frau helfen ihm da heraus. Gemeinsame Urlaube und andere Erlebnisse geben ihnen bis zum Schluss ein Gefühl des Zusammengehörens. Unterstützt werden sie dabei von der Familie und einigen Freunden, manche verstehen aber auch nicht, wie sie so offen mit der Situation umgehen können und auch nach dem Tod Ihres Mannes sieht die Autorin sich oftmals Kritik ausgesetzt, da sie nicht dem üblichen Bild einer trauernden Witwe entspricht. - Ein sehr ergreifendes Buch, für alle Büchereien zu empfehlen.
Julia Massenkeil-Kühn
rezensiert für den Borromäusverein.
Schwarz steht mir einfach nicht
Anja Lauckner mit Doris Mendlewitsch
Ludwig (2015)
255 S. : Ill.
fest geb.