Die Erbin

Bonn 1957. Deutschland erlebt den Beginn der Wirtschaftswunderjahre. So auch die Firmen der Liefensteins. Vieles davon, was jetzt ihnen gehört, ging unrechtmäßig in ihren Besitz über. Von dieser Vergangenheit will man im Haus Liefenstein aber nach Die Erbin dem Krieg nichts mehr wissen. Dazu gehört, dass sich der damalige Eigentümer schon 1929 ganz bewusst den Nazis angedient hatte, danach skrupellos jüdische Firmen für einen Spottpreis aufkaufte, arisierte und später in den Kriegsjahren in seinen Werken KZ-Häftlinge schuften ließ. Er war vielen Nazigrößen geschäftlich und auch freundschaftlich verbunden. Cosima ist die Enkelin des damaligen Firmenchefs. Durch kompromittierende Fotos wird die junge Frau auf die Ungeheuerlichkeiten dieser jetzt von allen totgeschwiegenen Zeit aufmerksam. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Unterstützt wird sie dabei von einem engagierten Kölner Journalisten. Die alten Nazi-Seilschaften aber existieren immer noch und schrecken auch vor Morden nicht zurück. Entscheidend aber ist, dass Cosima gut gehüteten Familiengeheimnissen von Ehebrüchen, bis hin zu einem Brudermord auf die Spur kommt. In einem furiosen Finale wird all das aufgedeckt und endlich mit der schrecklichen Vergangenheit von Familie und Firma abgerechnet. – Ein Familiendrama, das zwischen den Vor-, Kriegs- und Nachkriegsjahren hin und her pendelt und die Verstrickungen vieler deutscher Unternehmen ins System der Nationalsozialisten beispielhaft in den Blick nimmt. Für alle Büchereien geeignet.

Die Erbin

Die Erbin

Claire Winter
Heyne (2025)

589 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 754665
ISBN 978-3-453-29258-1
9783453292581
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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