Die tausend Erden

Im Jahr 2154 bricht der Sternenforscher John Hackett zu einer Mission in das tiefste Weltall auf. Mithilfe der in der Relativitätstheorie beschriebenen Zeitdilatation und langen Phasen im Kälteschlaf gelingt Hackett das Unmögliche und er kehrt nach Die tausend Erden 5 Millionen Jahren auf eine fast entvölkerte und von einer Eiszeit überzogene Erde zurück. Hier trifft er auf eine weitere Weltallreisende, Rava Pogee, und die Einheimische Icsoba, mit denen er erneut zu einer Mission aufbricht. In weiteren unfassbaren Zeitsprüngen reist Hackett bis ins Jahr 1 Billion n.Chr. Die Menschheit lebt nun überwiegend im Substrat, einer Art Datenspeicher, aus der die Essenz jedes Menschen nur bei Bedarf inkarniert wird. Ein letzter Zeitsprung lässt Hackett im Jahr 100 Billionen n.Chr. erwachen. Das kollektive Wissen der Menschheit hat es ermöglicht, die Erde zu retten, indem sie in 1.000 Scheiben zerlegt und mit der Substrat-Technologie wieder bewohnbar gemacht wurde. Eine dieser Erdscheiben steht vor dem Untergang. Modernste Technologie und Wissen sind verloren gegangen, stattdessen herrschen Aberglaube und Vielgötterei vor. Die junge Mela, eine Art Bürgermeisterin ihrer Gemeinde, kämpft um das Überleben der ihr anvertrauten Menschen, während eine Naturkatastrophe ihnen buchstäblich den Boden unter den Füßen wegfrisst. Und der älteste noch lebende Mensch, Hackett, ist die letzte Rettung für Mela und ihre Familie. – Der SciFi-Roman wird in zwei abwechselnden Zeitsträngen erzählt. Man folgt dem etwas selbstgefälligen Forscher Hackett auf seiner unglaublichen Reise in gewaltigen Zeitsprüngen, während Melas Erzählung in sehr viel kürzeren Sprüngen erzählt wird und dadurch ihre ausweglose Lage nur noch dringlicher erscheint. Zwei wesentliche Punkte einen die Geschichten: die Zerstörung der Erde durch den Menschen und die Bewahrung bzw. das Verlorengehen von Wissen. Ein spannender SciFi-Roman, der in Teilen historisch anmutet, und ein wenig mathematisches und physikalisches Verständnis erfordert.

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die tausend Erden

Die tausend Erden

Stephen Baxter ; aus dem Englischen von Jakob Schmidt
Heyne (2024)

718 Seiten
kt.

MedienNr.: 753586
ISBN 978-3-453-32324-7
9783453323247
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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