Miss Taylor, das Wasser und die Liebe
Milla (eigentlich Sophie) wächst als Waisenkind auf. Ihr Leben und ihre Berufssuche wird durch ihre Legasthenie erschwert. Umso glücklicher ist sie, als Nachtwächterin in einem Museum einen Job zu finden, der ihr liegt. Aber auch diesen verliert
sie aufgrund ihrer Vergangenheit. Auf einer Silvesterparty, zu der sie ihr bester Freund Jack Reuben überredet, begegnet sie Montgomery Chester, einem ehemaligen Taucher, der wie sie die Stille und Zurückgezogenheit liebt. Monty überredet Milla zu einem besonderen Erlebnis: Sie soll mit ihm in einem alten Taucheranzug die Unterwasserwelt eines Sees erkunden. Dieser ungewöhnliche Tauchgang wird zu einem Wendepunkt in ihrem Leben. – Eine eher ruhige und entspannende Geschichte, der Schreibstil ist angenehm, flüssig und der Roman lässt sich sehr leicht lesen. Besonders beeindruckend, wie die Emanzipation als zentrales Thema – gerade im Kontext der 1950er-Jahre – unaufdringlich und authentisch eingebunden wurde. Die Rolle der Frau nach dem Zweiten Weltkrieg wird sensibel und glaubwürdig am Beispiel der Protagonistin Milla thematisiert. Milla ist eine einfühlsame, mutige junge Frau mit einer schwierigen Vergangenheit. Ihre Entwicklung und ihr Kampf, ihren eigenen Weg zu gehen und sich selbst treu zu bleiben, berühren tief. Sie ist ein starker Charakter, der lange im Gedächtnis bleibt.
Alexandra Panradl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Miss Taylor, das Wasser und die Liebe
Sophie Hopper
Wilhelm Heyne Verlag (2025)
431 Seiten
fest geb.