Der beste Papa der Welt

Daniel ist Vater einer sechsjährigen Tochter, Ghostwriter für einen in die Jahre gekommenen TV-Star und Mann einer türkischstämmigen Frau. Und so versucht der Protagonist in diesen sehr unterschiedlichen Welten, der Beste zu sein, und scheitert Der beste Papa der Welt daran. Im Umgang mit seiner Tochter gelingt es ihm beispielsweise nicht, Grenzen zu ziehen, und er fährt ständig in den Freizeitpark, um sie über eine Enttäuschung hinwegzutrösten. Auch die Arbeit mit dem TV-Altstar erweist sich als schwierig und er schliddert von einem Sexismus-Skandal in den nächsten. Auf der Strecke bleibt bei dem ganzen Chaos die Beziehung zu seiner Frau, die weder für seine Arbeit mit dem Macho-Star noch für seine geringe Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der gemeinsamen Tochter Verständnis aufbringt. Im Hintergrund schwebt dabei die scheinbare Unvereinbarkeit der Familien zwischen religiöser türkischer Großfamilie und akademisch-atheistischen deutschen Eltern. Der Bestseller-Autor Netenjakob verbindet diese Welten mit schnellen und witzigen Dialogen. Als Autor für die TV-Serie Stromberg gelingt Netenjakob auch der ein oder andere Stromberg-Moment: Zum Beispiel als der TV-Star mit seiner feministischen Regisseurin über Frauenfußball spricht. Es ist am Ende jedoch nur eine rasante Aneinanderreihung von Klischees, bei denen es oft um gefühlte Wahrheiten geht. Daher bleibt diese Satire eher an der Oberfläche. Wer sich darauf einlassen kann, der findet tatsächlich so etwas wie eine "Wohlfühl-Oase" mit "Lachfaktor" wie es in der Selbstbeschreibung auf dem Buchrücken heißt. Mehr jedoch nicht.

Sebastian Heuft

Sebastian Heuft

rezensiert für den Borromäusverein.

Der beste Papa der Welt

Der beste Papa der Welt

Moritz Netenjakob
Kiepenheuer & Witsch (2025)

359 Seiten
kt.

MedienNr.: 622723
ISBN 978-3-462-00610-0
9783462006100
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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