Die Prozesse

In Europa herrscht Anarchie. Die bisherige Ordnung löst sich auf. In Brüssel, wo der Erzähler mit seinem Freund Ezra lebt, der als 'Debron' politische Blogs schreibt, wird das europäische Museum am Lumumba-Platz von Kommunarden besetzt. Nach einem Die Prozesse Anschlag auf Ezra fliehen der Erzähler und Ezra nach Ligurien, wo Ezra am Dengue-Fieber stirbt. Der Erzähler kehrt nach Brüssel zurück und schließt sich den Kommunarden im Museum an, die eine neue Form persönlicher Entfaltung und gemeinschaftlichen Miteinanders entwickeln. Der Erzähler löst sich mehr und mehr von Ezra, der ihn davon abgehalten hat, zu sich selbst zu finden. Goldhorn erzählt seine Geschichte in einem assoziativen Stil. Dabei werden Parallelen zur mythischen Spiel-Welt Egregore gezogen, für die der Erzähler ein Objekt entworfen hat. Die Einwohner Egregores sind digitale Charaktere, die mit den Spielern wie echte Menschen in Verbindung treten und dem Erzähler letztlich den Weg in eine Art spirituelle Befreiung weisen. Goldhorns Figuren sind auf der Suche nach Erlösung von sich selbst und finden sie in einfachen vorzivilisatorischen Mustern. Es geht darum, die eigene Leere zu überwinden. Ein vielschichtiges Buch, das in die Echokammer der Gefühle seiner Hauptfigur eintaucht.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Prozesse

Die Prozesse

Marius Goldhorn
Kiepenheuer & Witsch (2025)

273 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622727
ISBN 978-3-462-00780-0
9783462007800
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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