Jenseits der Brandmauer
'Monchi' ist seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern treu geblieben. Noch immer wohnt er in Jarmen, in einem dörflichen Umfeld, in dem die Mehrheit bei der Bundestagswahl 2025 AfD gewählt hat. Und genau hier setzt der Sänger an. 'Monchi' plädiert
dafür, einander zuzuhören und gleichzeitig klare Standpunkte zu vertreten. Er erzählt von seiner Jugend, von seiner Zeit als Ultra-Fan für Hansa Rostock, in der er mit dem Gesetz in Konflikt kam. Heute bringt er sich für das Leben in seinem Heimatdorf Jarmen ein, organisiert – etwa mit dem seit 2016 stattfindenden 'Wasted in Jarmen Festival' – den Austausch zwischen verschiedenen Milieus, setzt Zeichen für den Widerstand gegen rechtes Gedankengut. Der Musiker spricht über seine Ängste, aber auch über die tollen Menschen, die mit viel persönlichem Einsatz für ein besseres Land eintreten. – Die Sprache ist ruppig. Da wird nichts literarisch aufbereitet, oder nicht viel. Das Buch ist der authentische Versuch, einer komplexen Lebenswirklichkeit gerecht zu werden. Die eigenen Gefühle lässt 'Monchi' dabei nicht außen vor, was das Buch zu einem persönlichen Bekenntnis macht.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Jenseits der Brandmauer
Monchi
Kiepenheuer & Witsch (2026)
229 Seiten
fest geb.