Abschied
Nach dem Tod seiner Frau beginnt Till Eitel, seine Gedanken und Gefühle in einem Trauertagebuch festzuhalten. Die kurzen, an seine Frau gerichteten Texte spiegeln den Prozess seiner Trauer wider. Von dem Moment an, als ihm bewusst wird, was seine
Frau zurückließ, über den Schmerz des Verlustes, der ihn immer wieder überfällt, begreift er mit der Zeit, dass er sich nach den vielen gemeinsamen Jahren nicht nur wiederfinden, sondern neu erfinden muss. In der gelebten Nähe zu seiner verstorbenen Frau verwandeln sich alte Gewohnheiten in neue. Die Suche nach Orientierung mündet in der an seine Frau gerichtete Erkenntnis: „Du lebst!! In meiner Erinnerung. Fort.“ Das Buch kann Orientierung im emotionalen Chaos des Trauerjahres bieten, weil Trauernde sich verstanden fühlen können: „Ich will die Bilder deines Leidens nicht verlieren, aber sie sollen bitte! Ihren Schrecken verlieren.“ Oder: „Unsere Geschichte ist wie ein Buch, das ich gerne zu Ende gelesen hätte, statt mittendrin aufhören zu müssen.“ Es ist ein Trostbuch, das Trauernden Halt bieten kann, ohne sie zusätzlich zu überfordern. Sie können sich verstanden fühlen und angeregt werden, ihren eigenen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Abschied
Till Eitel
Kösel (2024)
[unpaginiert]
fest geb.