Das Mädchen, das aus Auschwitz floh
Das Buch erzählt anhand der Geschichte von Zena und Edek vom Lagerleben und Sterben in Auschwitz-Buchenau. Die Lagerführung hat Häftlinge für alle nur denkbaren Arbeiten eingesetzt und diese deshalb auch bis zur Erfüllung ihrer Aufgaben am Leben
gehalten. Mala, eine junge inhaftierte Jüdin, wird im Lager aufgrund ihrer Sprachkenntnisse als Dolmetscherin und Lagerläuferin eingesetzt. Diese Aufgabe verschafft ihr kleine Privilegien und Freiräume. Sie nutzt diese, um anderen Häftlingen das Leben etwas zu erleichtern. Edek, ein junger Pole, ist schon lange inhaftiert und bekommt über Mala Kontakt zu einer Widerstandsbewegung des Lagers. Zwischen beiden entwickelt sich eine Zuneigung, aus der der Wunsch entsteht, gemeinsam aus dem Lager zu fliehen. – Dieser Roman erzählt viel Grausames und schafft es doch zu zeigen, dass auch an den düstersten Orten Menschlichkeit, Zusammenhalt und Hoffnung Platz haben. Es wird jedoch nichts beschönigt, wodurch das Buch trotz dieser schönen Momente seine bedrückende Wirkung behält. Manche Szenen sind schwer auszuhalten und es ist immer wieder entsetzlich, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind. Eine zutiefst bewegende Geschichte, die auf wahren Gegebenheiten beruht. Für geschichtsinteressierte Leser.
Heike Scherer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Mädchen, das aus Auschwitz floh
Ellie Midwood ; aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Seeberger
Piper (2026)
447 Seiten
kt.