Schreib den Namen deiner Mutter

Alex, eine junge Autorin, reist von Berlin in die Kleinstadt am Rhein, in der sie aufgewachsen ist, um dort ihre Mutter zu besuchen. Der Grund dafür ist die Beerdigung von Opa Kurt, dessen Asche in Holland im Meer verstreut werden soll. Außerdem Schreib den Namen deiner Mutter steht ein neues Schreibprojekt an mit dem Titel "Schreib den Namen deiner Mutter". Seit einem ersten erfolgreichen Buch hat Alex keine Schreiberfolge mehr zu verzeichnen und hält sich mit kleineren Projekten über Wasser. Nun widmet sie sich also der Aufgabe, "… das Unaussprechliche zwischen ihnen (den Künstlerinnen) und ihren Müttern auszudrücken, indem sie den Namen ihrer Mutter zum Kunstwerk machen …". Darunter leidend, dass ihre langjährige Partnerin sie verlassen hat, trifft sie sich mit alten Bekannten und taucht ein in die Erinnerung an frühere Zeiten. Daraus entstehen Notizen über die damalige und derzeitige Beziehung zwischen Mutter und Tochter, in denen Alex schreibend versucht, sich ihrer Mutter anzunähern. Seit Jahren Unausgesprochenes und Dialoge, die die Oberfläche nicht durchdringen, nehmen Alex das Gefühl, geliebt zu werden. Auch Wolfgang, der schwule Lehrer ihrer Tante, der Alex schon früher großes Verständnis entgegenbrachte und Lena, mit der sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt, können ihre depressiven Stimmungen nicht verhindern. Erst ein dramatisches Ereignis führt dazu, dass die Mutter sich ein wenig öffnet. Im letzten Teil des Romans ist ein zweites Ich an Alex Seite, das "dey" bezeichnet wird. Hat Alex die Schizophrenie ihrer Großmutter geerbt? Ein modern und sachlich erzähltes Debüt über die Macht dessen, was ungesagt bleibt.

Gabriele Berberich

Gabriele Berberich

rezensiert für den Borromäusverein.

Schreib den Namen deiner Mutter

Schreib den Namen deiner Mutter

Evan Tepest
Piper (2024)

188 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 753075
ISBN 978-3-492-07271-7
9783492072717
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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