Blätterrascheln in der Freitagsbuchhandlung
Natori würdigt in vier geschilderten Kundenbegegnungen einschlägige japanische Literaturwerke ihres Lebens, indem Student Fumiya und die Mitarbeitenden der Bahnhofsbuchhandlung (vgl. BP/mp 26/676) Menschen zu diesen Büchern verhelfen, die sie an
Scheidewegen weiterbringen; wenn sie deren Geschichten und Perspektiven brauchen, um in Beziehungen wieder Fuß zu fassen. Die Begegnungen betonen Mitgefühl und den Aufwand, sich in die Lebensrealitäten Anderer hineinzuversetzen, um selbstbewusste Entscheidungen für die gemeinsame Beziehung, Freundschaft, Bekanntschaft, Elternverantwortung zu treffen, vor allem aufrichtig zu kommunizieren. Die Bereicherung durch Literatur für die eigene Haltung wird in ruhiger Atmosphäre kristallisiert. Dabei lädt das herbstliche Geschehen dazu ein, die genannten Werke, die teilweise übersetzt vorliegen, nachzulesen, ohne dass dies notwendig wäre, um die Geschichten auszuschöpfen. Japanische Umgangsformen und Mentalitäten werden dabei präsent. Die Gedankengänge werden plastisch dargestellt. Ein leicht zu lesendes Buch für zwischendurch für LeserInnen, die es schätzen, von Perspektiventwicklung zu lesen, und davon, wie eigene Annahmen über Mitmenschen, die eigenen Eltern, Kameraden und Fremde aufgelöst werden können, um enge Bindungen zu formen; eine Ergänzung für jene, die ein Wandel, wie Schulwechsel, Beziehungspflege oder Sehnsucht begleitet. Daher eignet sich der Slice-of-Life Band von der Jugend bis ins hohe Alter.
Sultan Akbulut
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Blätterrascheln in der Freitagsbuchhandlung
Sawako Natori ; aus dem Japanischen von Charlotte Scheurer
Piper (2026)
280 Seiten
fest geb.