Diesen Sommer springen wir
Alexandra Blöchl ist ein starker und berührender Geschwisterroman über Leerstellen, Verluste und den Mut zum Neuanfang gelungen. Vor fünf Jahren ist der Vater aus dem Leben seiner Frau und seiner vier Kinder Kjell, Sina, Olive und Bennet verschwunden.
War es ein Verbrechen, ein Unfall, eine Flucht vor der eigenen Verantwortung als Vater? Die Umstände bleiben ungeklärt, die Suche nach dem Vermissten wird irgendwann eingestellt. Was bleibt und den Alltag der heranwachsenden Kinder stark prägt, ist die Ungewissheit, die quälenden Fragen nach dem „Wohin“ und „Warum“, über die in der Familie nicht gesprochen wird – im Dorf dafür umso mehr. Die aus der Perspektive der siebzehnjährigen Olive erzählte Geschichte fängt überzeugend sowohl das Trauma des Verlustes ein, die allmähliche Überwindung der Sprachlosigkeit als auch die ersten mutigen Schritte aus der Vergangenheit und Trauer heraus – in das Erwachsenenleben, in die erste Liebe, in den neuen Zusammenhalt zwischen den Geschwistern.
Slávka Rude-Porubská
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Diesen Sommer springen wir
Alexandra Blöchl
Piper (2026)
252 Seiten
fest geb.