Die Dichterin

Aus zwei Perspektiven erzählt das Buch die Geschichte der Dichterin Emma Rodenstock die sich vor Aufmerksamkeit kaum mehr retten kann. Dabei sind beide Protagonistinnen, sowohl die namensgebende Dichterin als auch die Journalistin, die ein Porträt Die Dichterin über sie verfasst, etwas unsympathisch und in ihren Schwächen trotzdem nahbar. Der direkte und geradlinige Schreibstil führt dazu, dass das Buch leicht zu lesen ist und lässt die Geschichte sehr realitätsnah wirken. Fast ab Beginn wird durch das Abwechseln der Perspektiven Spannung erzeugt, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Autorin ist gut darin, Personen in wenigen Sätzen zu charakterisieren und greifbar zu machen. Lediglich die beiden Protagonistinnen bleiben manchmal etwas unscharf, dies wirkt beabsichtigt, da diese selbst nicht immer genau wissen, wer sie sind, beziehungsweise gern jemand anders wären. Das Buch wirft wichtige Fragen auf, wie wir mit Literatur, Autoren und deren Identität umgehen und welche Verantwortung Journalismus hat. Insgesamt stellt es eine sehr große Leseempfehlung dar.

Agnes Schmidtner

Agnes Schmidtner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Dichterin

Die Dichterin

Özge Inan
Piper (2026)

219 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 756247
ISBN 978-3-492-07489-6
9783492074896
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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