Bis es für immer ist
Man lernt eine Person kennen, weiß anfangs noch nicht ganz, wie man sie einordnen soll. Irgendwann sieht man klarer und der Status Freundschaft steht. Doch nicht immer bleibt es bei der Freundschaft, es kommen Gefühle ins Spiel, egal ob offen dargelegt
oder im Geheimen, sich eingestehend oder leugnend. So kommen mir die zwei Protagonisten Nick und Jen hier vor, die wir auf ihrer gemeinsamen und doch getrennten Reise über 30 Jahre hinweg kennenlernen und begleiten. Eine Verbindung zwischen ihnen ist spürbar, man kann sich beim Lesen gar nicht dem Sog entziehen. Nach ihren jungen wilden Jahren auf dem College nimmt das Leben seinen Lauf, Jennifer und Nick gehen unterschiedliche Wege, haben verschiedene Ziele ... Das Schicksal will es, dass sich ihre Wege immer wieder kreuzen, und jede Begegnung birgt gewisse Spannung, aber letztlich leben sie beide unterschiedliche Leben mit anderen Partnern und anderen Vorstellungen. Und trotzdem kommt man als Leser immer wieder zu dem Punkt: haben die beiden noch eine Chance, gibt es für sie die echte Liebe? Wie ein roter Faden betrachtet man ihre Leben, zusammen und getrennt, voller Höhen und Tiefen... Ein besonderes Buch mit interessanten Charakteren und Tiefgang, wenngleich man sich vielleicht nicht überall hineinversetzen kann.
Tanja und Annika Dylla
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bis es für immer ist
Sarra Manning ; aus dem Englischen von Sonja Rebernik-Heidegger
Piper (2023)
495 Seiten : Illustrationen
kt.