Eigentlich bin ich nicht so
Eine Familie in Norwegen bereitet sich auf die Konfirmation von Linnea vor. Nach und nach erfolgt ein Kennenlernen der Menschen, die beim Fest zusammentreffen werden. Da ist Linnea selbst, mit jugendlicher Unsicherheit und Angst vor Zurückweisung.
Ihr Vater Bard, der ein Verhältnis mit einer wesentlich jüngeren Frau hat und heimlich plant, nach dem Festtag seine Frau und die Kinder zu verlassen. Der Verlust seiner Mutter, die an Krebs verstorben ist und mit der er ungewöhnlich eng verbunden war, belastet ihn noch immer. Ellen, Linneas Mutter, die sich nichtsahnend verausgabt, um allen eine unvergessliche Feier zu bescheren. Tante Hanne, die am liebsten in Oslo geblieben wäre, um sich nicht den alten Zeiten als übergewichtige junge Frau stellen zu müssen. Ihre Selbstzweifel, die durch die Reise in die Heimat verstärkt werden, stellen die Beziehung zu ihrer Partnerin Julia auf den Prüfstand. Nils, der Vater von Bard und Hanne, lebt allein und bemüht sich, seine Kinder zu verstehen und zu unterstützen. Abwechselnd erzählen die Protagonisten von diesen drei Tagen und lassen hinter die Kulissen einer nach außen hin perfekten Familie blicken, bis am Ende alles aus dem Ruder läuft. – Ein großartig erzähltes Familientheater von der Bestsellerautorin Marie Aubert, ins Deutsche gebracht von den mit Preisen ausgezeichneten Übersetzern Ursel Allenstein und Stefan Pluschkat.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Eigentlich bin ich nicht so
Marie Aubert ; aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein und [einem weiteren]
Rowohlt Hundert Augen (2024)
203 Seiten
fest geb.