Der Unvermeidbare
Die junge, erfolgreiche Journalistin Sara Sievert (Jahrgang 1994) stellt aus ihren Gesprächen und Recherchen im Umfeld von Bundesvorstand und Bundestagsfraktion der CDU ein Buch zusammen, das aktuell tagespolitisch ausgerichtet ein politisches Porträt
von Friedrich Merz entwirft. Damit ist es neben Büchern von Mariam Lau und Volker Resing bereits das dritte in diesem Jahr erschienene über den Kanzlerkandidaten der Union. Strategien und Wendungen in der CDU, die zur Rückkehr von Merz auf die politische Bühne führten, sein Kalkül der Macht und seine politischen Positionen werden dabei ebenso herausgestellt wie Positionen weiterer Unionsgrößten wie etwa von Markus Söder und Hendrik Wüst. Das Buch ist so tagesbezogen, dass darin zunächst noch von einem Wahltermin aller Voraussicht nach Anfang 2025 die Rede ist (S. 98), später dann wird er präzis mit den 23.2. angegeben (S. 241). So wird auch weniger die Biografie Merz' (vom Fahnenjunker bis zur Verfassungsklage gegen die Pflicht zur Offenlegung von Nebeneinkünften als MdB) thematisiert als vielmehr der Weg zur Ziellinie in Richtung Kanzleramt beschrieben. – Sieverts Stil ist der Reportageton, wie er aus Spiegel, Focus und anderen Leitmedien stammt. Damit sehr gut lesbar, unterhaltend, ohne abzuschweifen und erhellend ohne eingehende Analyse. Angesichts der Fokussierung auf die Bundestagswahl, zu der das Buch gerade noch rechtzeitig erschien, und das „Unvermeidbare“, das Friedrich Merz hier angeheftet wird, dürfte die Darstellung auch nur für kürzere Zeit breite Leserschaft finden.
Helmut Krebs
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Unvermeidbare
Sara Sievert
ROWOHLT (2025)
252 Seiten
fest geb.