Ada Lovelace
Für eine Frau in der ersten Hälfte des 19. Jh. war es fast unmöglich, sich wissenschaftlich auszubilden, zu forschen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Das spürte Ada Lovelace (1815-1852) ihr ganzes Leben lang deutlich. Als Tochter des Dichters
Lord Byron aufgewachsen, beschäftigte sie sich schon als Kind mit Mathematik und versuchte, sich mit Hilfe von Büchern und Lehrern auszubilden. Schon mit 17 Jahren lernte sie den Mathematiker und Erfinder Charles Babbage kennen, dessen Rechenmaschinen sie faszinierten. Vorausschauend erkannte sie deren Entwicklungspotenzial und entwarf erstmals ein richtiges Programm für eine "Analytical Engine", die mit Lochkarten arbeiten sollte, aber mangels Geldes nie ausgeführt wurde. 1835 heiratete sie William King, mit dem sie drei Kinder hatte und der 1838 zum Earl of Lovelace erhoben wurde. Familienpflichten standen also eigentlich im Vordergrund, aber wo es ging, beschäftigte sie sich mit Mathematik. Sie starb im Alter von nur 36 Jahren an Krebs und wurde ein Vorbild für viele Frauen späterer Generationen. – In ihrem flüssig geschriebenen Buch zeigt die Autorin, wie schwer es war und teilweise noch ist, als Frau Anerkennung in patriarchalen Strukturen zu finden. Eine hochinteressante Biografie über eine heute zu Unrecht fast vergessene geniale Frau. Leserinnen und Lesern von Biografien sehr zu empfehlen.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ada Lovelace
Vera Weidenbach
Rowohlt (2025)
253 Seiten
fest geb.