Umweg zum Sommer
Karl ist zwölf Jahre alt und freut sich auf den Urlaub mit seiner Mutter. Da diese krank wird, soll ihr Bruder auf den Jungen aufpassen. Martin hat dazu weder Lust noch Zeit, denn er will zu einem Festival nach Portugal, wo er seine Karriere als Musiker
wieder in Schwung zu bringen hofft. Umgehend liefert er daher den Neffen bei seiner eigenen Mutter ab. Das Problem scheint gelöst. Beim ersten Tankstopp aber entdeckt er einen unerwünschten Passagier Im Kofferraum. Die beiden passen eigentlich gar nicht zueinander. Martin mag keine Kinder, schon gar nicht einen neunmalklugen Zwölfjährigen. Doch nun gibt es kein Zurück mehr. Auf der Reise nach Süden gewöhnen sich die beiden zunehmend aneinander. Martin klappert etliche seiner verflossenen Liebschaften ab, versucht sich und den Jungen dabei irgendwie über Wasser zu halten und kommt endlich in Portugal an. Dort aber muss er feststellen, dass man ihn nicht mehr braucht. Auf der Rückfahrt verdienen sie als Straßenmusiker etwas Geld mit Martins alten Hits. Abgebrannt und mit defektem Auto stranden die beiden letztendlich in Porto. Widerwillig muss Martin seine Mutter um Hilfe bitten. Kaum zurück in Berlin explodiert sein Account. Karls erste große Liebe hat den Auftritt mit Martins Lied ins Netz gestellt und so für diesen riesigen Erfolg gesorgt. – Ein spritziges Buch mit vielen kleinen und überraschenden Episoden, das nicht nur als Sommer- und Urlaubslektüre zu empfehlen ist.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Umweg zum Sommer
Stefan Kuhlmann
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2025)
349 Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.