Ente zu verschenken

Eine junge Frau im Kloster? Das provoziert Fragen nach den Gründen, den Intentionen, nach der Erfüllung menschlicher Bedürfnisse, nach dem Verständnis von Glück und gelungenem Leben. Schwester Jordana Schmidt trat 1990 mit 21 Jahren in ein Zisterzienserinnenkloster Ente zu verschenken ein. Vier Jahre später wechselte sie zu den weltoffeneren Dominikanerinnen. Ihr erstes Buch schrieb sie über eine große Reise durch die Türkei, den Libanon und Israel ("Auf einen Tee durch die Wüste"). In ihrem neuen Buch erzählt sie über ihre Beweggründe, ins Kloster zu gehen, über die Zweifel und die Unsicherheit vorher, die schwierige Eingewöhnungszeit, über ihre Erfahrungen mit dem Ordensleben. Jordana scheut sich auch nicht, über die Missstände zu schreiben, die sie im ersten Kloster erlebte, wo die Oberin ihre persönliche Macht bei den überwiegend jungen Nonnen missbrauchte. Ganz nebenbei erfährt der Leser viel Wissenswertes über die Geschichte der Orden und die philosophischen Hintergründe. Der Stil ist locker, entspannt und unterhaltsam, hier erzählt jemand, der mit sich selbst im Reinen ist und mit beiden Beinen in der Welt steht. Ansprechende Unterhaltung für viele Leser.

Ulrike Braeckevelt

Ulrike Braeckevelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Ente zu verschenken

Ente zu verschenken

Schwester Jordana mit Iris Rohmann
Rowohlt Polaris (2015)

267 S.
kt.

MedienNr.: 799964
ISBN 978-3-499-62936-5
9783499629365
ca. 12,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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