491 Tage
Am 7. Oktober 2023 stürmten in einer ebenso beispiellosen wie grausamen Aktion Hamas-Terroristen israelische Städte und Kibbuzim, töteten zahlreiche Männer, Frauen und Kinder und verschleppten viele Menschen. Eine dieser Geiseln war Eli Sharabi.
In seinem ebenso erschütternden wie aufschlussreichen Bericht beschreibt er die leidvollen 491 Tage seiner Gefangenschaft, die er zum größten Teil in den unterirdischen Tunneln der Hamas verbrachte. Er erzählt, wie die Terroristen in sein Haus einbrachen und ihn entführten und – was er erst nach seiner Freilassung erfuhr – seine britische Frau und seine beiden Töchter ermordeten, während er von einem Versteck ins nächste transportiert wurde, wobei seine Entführer paradoxerweise auch seine Beschützer waren, denn hätte die Zivilbevölkerung von seiner Anwesenheit erfahren, wäre er gelyncht worden. Eli erzählt detailreich von seiner Beziehung zu den Entführern, zu anderen Mitgefangenen, von psychischer und physischer Folter und davon, wie er schließlich als eine der letzten Geiseln im Austausch freigelassen wurde. – Sharabis Beschreibungen machen den ganzen Terror der Hamas für die Leser erst nachvollziehbar. Ein wichtiges Buch, auch und gerade in Zeiten, in denen jüdische Mitbürger in der ganzen Welt pauschal für den Krieg Israels gegen die Hamas verantwortlich gemacht werden und eine regelrechte antijüdische Stimmung erzeugt wird, während die Gräueltaten der Hamas oft aus dem Blickfeld geraten. – Allen Beständen sehr zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
491 Tage
Eli Sharabi ; aus dem Englischen von Ursula Kömen
suhrkamp nova (2026)
198 Seiten
fest geb.