Die Toten vom Gare d'Austerlitz

Am Tag des Einmarsches der Deutschen Wehrmacht in Paris kommen am Gare d'Austerlitz vier polnische Flüchtlinge in einem Eisenbahnwaggon ums Leben. Der ermittelnde Inspektor Edouard "Eddie" Giral erlebt ein Flashback. Seine traumatischen Erlebnisse Die Toten vom Gare d'Austerlitz aus dem Ersten Weltkrieg holen ihn ein. Die vier wurden nämlich mit Giftgas umgebracht. Giral, schwer gezeichnet von seiner Kriegsneurose, der Anwendung von Gewalt nicht abgeneigt, versucht zu ermitteln und gerät dabei zwischen alle Fronten. Wehrmacht, SD, Gestapo und der mysteriöse Major Hochstetter kreuzen seinen Weg. Als Girals Sohn Jean-Luc auftaucht, beginnt Eddie mit allen Bällen zu jonglieren, um ihn aus der Schusslinie zu bringen. Aber Jean-Luc verachtet ihn als Opportunisten. In Rückblenden ins Jahr 1925 wird erzählt, wie Giral wurde, was er ist, ein schwieriger, mit sich selbst hadernder Charakter, der Schläge austeilt, aber auch einstecken muss. Er erinnert dabei an Philip Kerrs Bernie Gunther, der im Berlin der Nazizeit ebenfalls zwischen die Fronten der konkurrierenden Sicherheitsorgane geriet. Ein Leckerbissen für Freunde des historischen Kriminalromans.

Marion Sedelmayer

Marion Sedelmayer

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Toten vom Gare d'Austerlitz

Die Toten vom Gare d'Austerlitz

Chris Lloyd ; aus dem Englischen von Andreas Heckmann
Suhrkamp (2021)

472 Seiten
kt.

MedienNr.: 974646
ISBN 978-3-518-47136-4
9783518471364
ca. 15,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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