Die Frau mit den vier Armen
Bizarrer Kriminalroman, der von einer eiskalten Mörderin in Hannover handelt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Männer anzulocken (ganz aktuell mit einer Datingapp), zu verführen und anschließend umzubringen. – Nun also auch Hannover. Doch wäre
es verkehrt, hier von einem reinen Regionalkrimi zu sprechen. Rita Aitzinger, die verantwortliche Ermittlerin, entspricht so gar nicht dem üblichen Klischee. Die anderen beteiligten Personen gehören zu jedem Krimi (die erfolgshungrige Polizeipräsidentin, die mehr oder weniger einfältigen Kolleginnen und Kollegen usw.). Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer seltsamen Leiche: "Kopfhörer in den Ohren, Inlineskates an den Füßen, Würgemale am Hals". Nolte erzählt in schnellen kurzen Sätzen, beinahe atemlos, eine spannende Geschichte, durchaus mit einem Schuss tiefgründigen Humors und scharfer Kritik. Diese Geschichte steuert auf ihren Höhepunkt zu, als Aitzinger und ihr Kollege Ilia nach Frankreich fliegen, um dort für eine aberwitzige Summe einen Oldtimer-Rennwagen zu mieten, um sich auf einem Weingut den entscheidenden Hinweis zu holen. Mehr sei hier nicht verraten. Allen Büchereien sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Frau mit den vier Armen
Jakob Nolte
Suhrkamp (2024)
234 Seiten
fest geb.