Geld in der Tasche
Maggie und Kurt haben beide unstete Lebensläufe, über die sie in diesem Roman immer wieder abschnittsweise berichten. Sie beginnen eine Beziehung, aus der eine Tochter hervorgeht, leben irgendwann nur noch nebeneinanderher und trennen sich doch nicht.
Maggie erkrankt an Krebs, an dem sie schließlich stirbt. Kurt merkt während ihres Sterbens, wie sehr er sie vermisst und lässt sie dennoch allein. Hinter dieser vordergründigen Handlung steht eine Katastrophe: Kurt investiert das gesamte Kapital aus seinem Busunternehmen in skrupellose Geschäfte, die schließlich zum tragischen Untergang der "Scandinavian Star" mit 159 Toten führen. Er selbst bleibt mit leeren Taschen zurück. – Das Buch zeigt, wie private Schicksale mit globalen ökonomischen Strukturen verknüpft sind und wie Geld Beziehungen und Moral zerstört. Gut lesbarer, gesellschaftskritischer Roman, in fragmentarisch dichter Sprache, der zum Nachdenken anregt.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Geld in der Tasche
Asta Olivia Nordernhof ; aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
claassen (2026)
174 Seiten
fest geb.