Die kürzeste Geschichte Japans
Japan ist Trendland bei Reisen, Kultur und Lifestyle. Grund genug, sich auch mit der überaus wechselvollen Historie des Landes zu befassen. In dieser Darstellung des britischen Autors reicht die inhaltliche Spanne, in 10 Kapitel aufgeteilt, vom Anbeginn
schlechthin, als vor etwa 35.000 Jahren die ersten Einwanderer kamen, bis in die Gegenwart. Japan war ein kriegerisches Land und die Provinzen untereinander heillos zerstritten. Besonders hervorzuheben ist daher der Abschnitt über die Meiji-Zeit (1868-1912) unter dem gleichnamigen Kaiser. Damals wurde die jahrhundertelang währende Zeit der Shogunate, der erblichen Militärdiktatur, beendet. Japan wurde konstitutionelle Monarchie. – Ob es sich hier um die „kürzeste“ Geschichte Japans handelt, sei dahingestellt. Tatsache ist aber, dass die angestrebte Kürze zugleich Oberflächlichkeit bedingt. Die Detailfülle ist erheblich, tiefergehende Betrachtungen fehlen aber, und die Übersichtlichkeit leidet. Im fortlaufenden Text gibt es keine optischen Hervorhebungen zur Orientierung oder wenigstens ein paar Abbildungen, noch Register oder Glossar, jedoch 6 kleine Karten am Anfang und ausführliche bibliografische Anmerkungen am Schluss. – Das Buch eignet sich für eine japan-affine Leserschaft, die ihre Kenntnisse erweitern will. Für Büchereien entsprechend bei ausgebautem Bestand zum Thema und Nachfrage empfohlen.
Barbara Riedl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die kürzeste Geschichte Japans
Christopher Harding ; aus dem Englischen von Stephan Pauli
Ullstein (2026)
267 Seiten : Karten
kt.