Ich soll nicht lügen
Die Anwältin Mags wird ins Krankenhaus zu ihrem Bruder gerufen, der im Koma liegt. Sie hatte viele Jahre keinen Kontakt zu ihm, wird aber schnell misstrauisch, als Abes Verlobte behauptet, der Sturz sei ein Selbstmordversuch gewesen. In wechselnden
Perspektiven erzählen drei Frauen (Schwester, Verlobte und eine albanische Zeugin) die Geschichte. Zutage kommen aus der Vergangenheit Gewalt und sexueller Missbrauch. Auf diesem Hintergrund sind die Aussagen der Protagonisten subjektiv und die Suche nach der Wahrheit ist schwierig. Eine wichtige Rolle in der Wahrheitsfindung spielt letztlich der Mut der jungen albanischen Frau, die den Sturz von Abe miterlebt hat. - Nach zwei Jugendbüchern legt die englische Autorin ihren ersten Roman für Erwachsene vor, der allerdings der Bezeichnung Psychothriller (Cover) nicht gerecht wird. Durch die wechselnden Perspektiven manchmal verwirrend, ansonsten durchaus lesenswert, wenn auch kein "Muss". (Übers.: Marie Rahn)
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Ich soll nicht lügen
Sarah J. Naughton
Ullstein (2017)
Ullstein-Taschenbuch ; 28918
380 S.
kt.