Ruge

Der etwas orientierungslose junge Mann aus Hamburg kam mehr zufällig kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zum Journalismus. In den fünfziger Jahren war er der erste ARD-Korrespondent in Moskau, in den sechziger Jahren berichtete er aus den USA, in den Ruge siebziger Jahren aus Peking und wurde so zum Zeitzeugen für epochale Ereignisse und obendrein ein bekanntes „Fernsehgesicht“. Er „erfand“ den „Weltspiegel“, bis heute ein Aushängeschild der Auslandsberichterstattung im Fernsehen und er war Mitbegründer der deutschen Sektion von „Amnesty International“. Im (Un-)Ruhestand drehte er Reisereportagen in Russland und China, die sich durch seine ruhige Art und seine genaue Beobachtungsgabe auszeichneten. Nach dem Tod des Journalisten fand die Familie sein über Jahrzehnte in Tüten und Kisten angesammeltes Archiv und übergab den gesamten Nachlass der Staatsbibliothek in Berlin. Christian Neef hat sich durch die Papierberge gegraben und eine lesenswerte Biografie des Zeitzeugen und Journalisten Gerd Ruge verfasst, der die großen politischen Umbrüche im 20. Jh. begleitet hat. Für größere Bestände gerne empfohlen.

Marion Sedelmayer

Marion Sedelmayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ruge

Ruge

Christian Neef
Propyläen (2026)

492, [8] Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 756325
ISBN 978-3-549-11013-3
9783549110133
ca. 29,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ha
Diesen Titel bei der ekz kaufen.