Blood on my Hands
Im Wald wird die Leiche der 17-jährigen Katherine gefunden, über ihr steht blutverschmiert und mit der Tatwaffe in der Hand die gleichaltrige Callie. Callie, deren Bruder wegen eines schweren Verbrechens im Gefängnis sitzt, erkennt die Ausweglosigkeit
der Situation und flieht. Aus der Sicht Callies geschrieben, katapultiert der Autor den Leser direkt in das Geschehen, atemlos verfolgt man Callies Bemühungen, unentdeckt zu bleiben und den Mord, den sie nicht begangen hat, aufzuklären. In Rückblenden, die geschickt in die fortlaufende Handlung eingeflochten sind, erfährt der Leser die Vorgeschichte der Tat. Neben der Aufklärung des Mordes liegt der Schwerpunkt des Thrillers in der packenden und anschaulichen Beschreibung der Gruppendynamik unter amerikanischen Jugendlichen, die jedoch ähnlich auch an deutschen Schulen zu beobachten ist. Die angesagte, stets bestens ausgerüstete Katherine sammelt Anhänger um sich, zu denen jedes Mädchen gehören will aber nur gehört, wer finanziell mithalten kann und tut, was sie verlangt. Wer ihr die Stirn bietet, muss mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Callie, die ebenfalls gerne zu Katherines Freundeskreis gehören wollte, verließ für diese sogar ihren Freund Slade, den sie jedoch immer noch liebt. - Eine packende Mischung aus Krimi, Thriller, Liebesgeschichte und Milieustudie ist dem Autor, der in Deutschland unter dem Pseudonym Morton Rhue schon einige preisgekrönte Bücher veröffentlicht hat, mit diesem Buch gelungen, die für jeden Jugendbuchbestand überaus empfehlenswert ist. (Übers.: Katarina Ganslandt)
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Blood on my Hands
Todd Strasser alias Morton Rhue
Carlsen (2011)
Carlsen ; 907
267 S.
kt.