Klotz
Nashorn Klotz mag es, wenn in der Regenzeit die Savanne blüht und sich überall Neues entdecken lässt. Neugierig beachtet er die kleinen Tiere, setzt seine Füße behutsam und mit Bedacht. Für die anderen Tiere ist er zu sonderbar. Während sie
laut toben, trampeln, kreischen und rangeln, beachten sie ihn und die kleinen Tiere nicht. Klotz zieht sich betrübt in die Stille zurück, denn Schmetterlinge, Käfer und Insekten kann er kaum vor dieser Herde beschützen. Die Insekten hecken einen genialen Plan aus: sie streiken! Kein Mist wird mehr weggerollt, keine Blüten bestäubt, der Boden verdichtet sich. Die Savanne kippt aus dem Gleichgewicht. Allmählich begreifen die Großen, dass die Kleinsten wichtig sind. – Auf randlosen Doppelseiten erzählt die Künstlerin in Text und Bild vom Zusammenspiel in der Natur. Die detailreichen Illustrationen machen die Gefühle und die Dramaturgie des Erzählens sichtbar. Ein besonderer Reiz entsteht beim rhythmischen Vorlesen des gereimten Textes. Dem dünnhäutigen Nashorn gelingt es, dass alle verstehen, warum Rücksichtnahme wichtig für eine gutes gemeinsames Leben ist. – Eine liebevolle Geschichte über Achtsamkeit, Anderssein und die kleinen Wunder der Natur.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Klotz
Jennifer Coulmann
Carlsen (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.