Bis einer stirbt
Isabell Beer hat die Gefahr, die von Drogen ausgeht, an sehr persönlichen Geschichten festgemacht. Es geht um zwei junge Menschen, Josh und Leyla, die in die Abhängigkeit von synthetischen Drogen geraten sind. Josh hat sich über das Internet 'anfixen'
lassen, in Chat-Gruppen, in denen der Drogenkonsum verharmlost, häufig sogar verherrlicht wurde. An seinem Beispiel wird auch deutlich, wie leicht es auch für Jugendliche ist, an gefährlichste Substanzen zu kommen. Bei Leyla ist es eher ihre direkte Umgebung, die sie verleitet, Drogen zu nehmen. In beiden Fällen führt nicht nur körperliche Abhängigkeit in die Drogensucht. Ausschlaggebend sind auch andere Faktoren wie das persönliche Umfeld. Beer zeigt auch auf, wie hilflos Eltern, Freunde und Bekannte häufig sind. Die Autorin schildert die tragischen Entwicklungen - die bei Josh sogar zum Tod führen - anhand der Aussagen Beteiligter und ausgewählter Chat-Protokolle. Leyla berichtet zahlreichen Gesprächen auch persönlich von ihren Erfahrungen. - Ein Buch, das verstörende Einblicke in eine Parallelwelt liefert, die scheinbar im Verborgenen existiert, die sich in Wahrheit aber mitten in unserer Gesellschaft ausgebreitet hat.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Bis einer stirbt
Isabell Beer
Carlsen (2021)
284 Seiten
fest geb.