Sisters of sword and shadow
Als sich Cass die Möglichkeit bietet, ihr Dorf mithilfe einer unbekannten Kämpferin zu verlassen, zögert sie keine Sekunde und folgt ihrer Intuition. Denn eine arrangierte Ehe und sich daheim um alles kümmern, entspricht nicht ihrem Naturell, ihrem
eigenen Kopf und dem Traum nach Freiheit. Schnell spürt sie, in der geheimen Schwesternschaft der Seidenritterinnen ihre wahre Bestimmung gefunden zu haben. Sie entdeckt ihre besonderen Fähigkeiten und Macht, die sie zu einer guten Kämpferin machen. Die Frauen stellen sich tapfer, aber stets anonym, im Kampf der Männerwelt – immer darum bemüht, unentdeckt zu bleiben und nicht aufzufallen. Das ist nicht immer einfach und schon bald müssen sie sich der Frage stellen, ob es auch anders geht und ihre Fähigkeiten nicht doch von den Rittern anerkannt würden … Die Vorstellung, dass bereits im Mittelalter Frauen mit den traditionellen Rollenerwartungen unzufrieden sind und ihren Platz in einer von Männern dominierten Welt behaupten, hat natürlich etwas Faszinierendes. Doch die Recherchen zum Mittelalter sind ungenau bis falsch, da man zu der Zeit weder Kartoffel noch Mais kannte. Der Schreibstil ist insgesamt angenehm und flüssig, wobei es anfangs etwas schwerfällt, in den ungewohnten Ausdruck und die Wortwahl hineinzufinden. Das Ende kommt abrupt und überladen mit zu viel Gemetzel. Die Fantasyelemente sind wenig überzeugend, ohne Mehrwert und eher verwirrend. Sie hätten weggelassen werden können. Insgesamt eine nette Geschichte, mehr aber auch nicht.
Sisters of sword and shadow
Laura Bates ; aus dem Englischen von Birgit Schmitz
Carlsen (2024)
348 Seiten
fest geb.