Simenon, Warten auf Maigret

In fünf Kapiteln sowie einer Art Prolog und Epilog umreißen die Autoren acht bedeutsame Jahre im Leben des "Maigret"-Schöpfers. Mit 20 Jahren ehelicht er die Malerin Régine Ronchon und verlässt Lüttich, um sich in die Pariser Intellektuellen- Simenon, Warten auf Maigret und Künstlerszene zu stürzen. Bereits als Jugendlicher hatte er sein Faible fürs Schreiben entdeckt und in den Folgejahren überschwemmen seine erotischen Geschichten, Erzählungen, Novellen und Romane die Literaturszene. Als unermüdlicher Vielschreiber ist er den einen zu literarisch (Colette), den anderen zu anspruchslos. Sein Leben ist wie eine Achterbahnfahrt mit Geldnot, Erfolg, Depression, Liebesaffären (u.a. Josephine Baker). Erst nach mehrmonatigen Bootstouren auf Flüssen und Kanälen Frankreichs, Belgiens und der Niederlande bis hin zur Ostsee scheint er bei sich angekommen zu sein: Mit der Romanfigur Maigret findet er seinen "semi-literarischen" Stil. Sein Plan, mit 30 nur noch richtige Literatur zu schreiben (S. 61), scheint aufgegangen zu sein. Fortan steht er auch mit seinem richtigen Namen für seine Werke. Plakativ, teils stark konturiert, dominieren die Charaktere die Panels, die je nach Stimmung der Situation eingefärbt sind. Details der Umgebung sind unbedeutend. Wie in der Pop Art erregen leuchtende, kräftige Farben die Aufmerksamkeit. Kurze Auszüge aus Simenons Werken am Ende der Kapitel, biografische Notizen, eine Bibliografie der dargestellten sieben Schaffensjahre sowie ein Literaturverzeichnis ergänzen den Comic. – Für interessierte Leser:innen jeder Bestandsgröße.

Margit Düing Bommes

Margit Düing Bommes

rezensiert für den Borromäusverein.

Simenon, Warten auf Maigret

Simenon, Warten auf Maigret

Loustal ; Bocquet, Fromental, Simenon ; aus dem Französischen von Christoph Haas
Carlsen Comics (2026)

127 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 624312
ISBN 978-3-551-80638-3
9783551806383
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li, Ku
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