Wir schreiben unsere Namen in den Wind
Die US-amerikanische Bestseller-Autorin Jodi Picoult ist bekannt für ihre akribische Recherche zu ungewöhnlichen Themen, die sie dann literarisch umsetzt. In ihrem neuesten Roman greift sie die These auf, dass einige berühmte Werke von William Shakespeare
gar nicht von ihm selbst verfasst wurden, sondern womöglich aus der Feder einer Frau, namentlich Emilia Bassano, stammen. In einem ausführlichen historischen Erzählstrang, der im elisabethanischen England spielt, steht diese reale historische Figur im Zentrum und kämpft gegen patriarchale Strukturen, gesellschaftliche Zwänge und ihre künstlerische Unsichtbarkeit an. Im zweiten, etwas kürzeren Handlungsstrang ringt die fiktive Dramatikerin Melina Green, eine angebliche Nachfahrin Emilia Bassanos, im New York der Jetztzeit um Anerkennung – und erfährt schmerzhaft, dass ihr Theaterstück nur unter einem männlichen Pseudonym Erfolg hat. – Der über 600 Seiten starke Roman ist ein literarisches Plädoyer für die Sichtbarkeit und Wertschätzung weiblicher Stimmen in Kunst und Kultur, geeignet für Fans von historischen Romanen und feministischen Themen.
Franziska Knogl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wir schreiben unsere Namen in den Wind
Jodi Picoult ; aus dem amerikanischen Englisch von Elfriede Peschel
C. Bertelsmann (2025)
605 Seiten
kt.