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Die Lese- und Entwicklungsforscherin Maryanne Wolf ist einem breiten Publikum als Autorin von "Das lesende Gehirn" (BP/mp 10/282) bekannt. Bei diesem Titel handelt es sich um eine unveränderte Neuausgabe von "Schnelles Lesen, langsames Lesen" (2018).
Darin analysiert sie die Veränderungen, die der Übergang von einer auf Lesen und Schreiben fußenden Kultur hin zu einer digitalen mit sich bringt. Ausgehend vom gegenwärtigen Stand des Wissens über das lesende Gehirn zeigt sie, wie die Plastizität des hirneigenen „Leseschaltkreises“ und die Komplexität unseres Denkens zusammenhängen. Da intensives Lesen die empathischen und logischen Kompetenzen beeinflusst und die Fähigkeit zur kritischen Analyse erweitert, ist es wichtig, dieses zu trainieren. Kinder sollten dazu gebracht werden, engagiert und intensiv zu lesen, in welchem Medium auch immer. Doch was kann man tun, um den potenziell negativen Auswirkungen digitaler Medien auf die Prozesse des Lesens etwas entgegenzuhalten, ohne deren positives Potenzial aufs Spiel zu setzen? Wolf ist zuversichtlich, dass die nächste Generation eine mediale Zweisprachigkeit entwickeln und dadurch das kulturelle Dilemma zwischen Print- und digitalen Medien überwinden wird. – Das inhaltlich anspruchsvolle, wissenschaftlich fundierte und verständlich formulierte Sachbuch wird für alle Bestände gern empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
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Maryanne Wolf ; aus dem Englischen von Susanne Kuhlmann-Krieg
Pantheon (2026)
300 Seiten
kt.