Im Schatten der Vergangenheit
Albert Campion ist Privatdetektiv und gut befreundet mit Chief Inspector Stanislaus Oates von Scotland Yard. Als ein Freund aus Studienzeiten Campion bittet, einen Fall im Herrenhaus der Faradays in Cambridge zu übernehmen, ahnt dieser noch nicht,
worauf er sich da eingelassen hat. Über die Familie herrscht, im wahrsten Sinn des Wortes, eine 84-jährige Großtante. Der Detektiv soll, nach deren Wunsch, einen vorangegangenen Mord zwar aufklären, dabei aber keinen Staub aufwirbeln, der die Familie in Verruf bringen könnte. Andrew, einer ihrer Söhne, wurde, an Händen und Füßen gefesselt mit einem Loch im Kopf und im Wasser treibend, aufgefunden. Joyce Blaunt, die Nichte der alten Dame, hilft Campion, das Familiengeflecht wenigstens in Ansätzen zu durchschauen. Die übrigen drei, inzwischen schon mehr als erwachsenen Kinder, hätten demnach alle ein Motiv, den ungeliebten Andrew aus dem Weg zu räumen. Als ein zweiter Mord geschieht, Julia, eine der Schwestern, wird vergiftet, schaltet sich Inspector Oates ein. William, ein weiterer Sohn, rückt immer mehr ins Fadenkreuz der beiden Ermittler. Wenig später wird auch er vergiftet. Da kommt Campion in Form eines Landstreichers der Zufall zu Hilfe ... – Ein 1933 in England erstmals erschienener Krimi, im Spannungsbogen komplex aufgebaut und natürlich durch und durch „very british“. Empfehlenswert!
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Im Schatten der Vergangenheit
Margery Allingham ; aus dem Englischen von Friedrich A. Hofschuster
Klett-Cotta (2025)
Campion
367 Seiten
kt.