Blut für Blut
Sophie Roth hat sich aus einer toxischen Beziehung befreit und steht zunächst vor dem Nichts. Mit Hilfe einer generösen Auftraggeberin kann sie sich als Fotografin niederlassen. Aber ihr Alltag ist geprägt von Angst und Panikattacken, denn als sie
noch ein Kind war, wurde ihr Vater ermordet. Ihre Mutter ist darüber in eine dauerhafte Depression gefallen und ihr Bruder verschwunden. Sophie kämpft mit den Dämonen der Vergangenheit und auch ihr Neustart ist von mysteriösen Vorkommnissen überschattet. Schneider gelingt es gut, die beklemmende Atmosphäre zu entwickeln, die die traumatisierte Sophie umgibt. In Rückblicken wird Sophies Kindheit aus ihrer eigenen Perspektive geschildert als Ursache für ihre Probleme als Erwachsene. Für erfahrene Leser zeichnet sich die Auflösung aber zwischen den Zeilen schon recht bald ab. Die Autorin ist beim Publikum bisher mit ihren Krimis aus der Grenzfall-Serie erfolgreich gewesen (s. BP/mp 23/696), die im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet spielen. Mit diesem Buch wechselt sie das Genre und legt einen Psycho-Thriller vor, der durchaus zu gefallen weiß. Überall möglich.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Blut für Blut
Anna Schneider
Scherz (2026)
349 Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.