Klimawandel hautnah
Die Biologin Gabriele Kerber hat auf einigen Atollen des pazifischen Inselstaates Kiribati und auf den Nordseeinseln Borkum und Hallig Hooge die Lebensweise der Bewohner und die Auswirkungen des Klimawandels kennengelernt und zahlreiche Gespräche
geführt. Im ersten Teil des Buches erläutert sie die globalen meteorologischen, geografischen und geologischen Mechanismen und Wechselwirkungen von Klimawandel und Meeresspiegelveränderung, wodurch auch die Schwierigkeit von Prognosen und die scheinbare Widersprüchlichkeit mancher Phänomene verständlich wird. Danach beschreibt sie ausführlich die Situation in Kiribati, auch unter soziologischen, geschichtlichen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten. Ebenso befasst sie sich mit den "hausgemachten" Faktoren, die vor Ort die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen, und leitet daraus konkrete Empfehlungen für die betroffenen Gebiete ab, wobei sie auch die reichen Staaten in die Pflicht nimmt. Nicht ganz so umfangreich werden Borkum und Hooge betrachtet. Trotz der lokalspezifischen Schwerpunkte kann das anschaulich geschriebene, detail- und datenreiche Buch zumindest großen Büchereien empfohlen werden. Illustriert ist es mit Farbfotos, Grafiken, Tabellen und Zeichnungen, obwohl als Sachbuch konzipiert, kann es seine Herkunft aus einem Verlag für wissenschaftliche Bücher in Layout und Drucktype nicht verleugnen.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.

Klimawandel hautnah
Gabriele Kerber
Springer (2018)
251 S. : Ill. (z.T. farb.)
kt.