Glasgow boys
Banjo und Finlay leben in Glasgow und wachsen elternlos in Heimen und diversen Pflegefamilien auf. Mit 14 lernen sie sich kennen, werden Freunde und geben sich gegenseitig Halt, bis es zum Zerwürfnis kommt und sich ihre Wege trennen. Drei Jahre später
sehen sie sich wieder, traumatisiert und unfähig, Nähe zuzulassen. Die Vergangenheit mit Verlassenheit, Verletzungen und Enttäuschungen fordert nach wie vor ihren Tribut, eine Tatsache, die für Misstrauen, Unsicherheit und falsche Entscheidungen sorgt. Besonders Banjo tut sich schwer mit seinem Hang zu Gewalttätigkeit. Doch es gibt auch Hoffnung. Beide Jungs verlieben sich, Banjo in die warmherzige Alena und Finlay in Akash, einen Freund aus Kindertagen, der ihm zufällig über den Weg läuft. Banjo findet endlich Pflegeeltern, die ihn so akzeptieren, wie er ist. Veränderungen brauchen Zeit. Beide Jungs schaffen es zu guter Letzt, wieder aufeinander zuzugehen, und gegen Ende erfährt man auch, woraus das abgrundtiefe Zerwürfnis bestand. – Der Debütroman der jungen schottischen Autorin, die Glasgow aus eigenem Erleben gut kennt, war von 60 Literaturagenturen abgelehnt worden, bevor er publiziert werden konnte und dann auf Anhieb die „Carnegie Medal for Writing“ gewann, den renommiertesten britischen Kinderbuchpreis. Die Geschichte wird gefühlvoll abwechselnd aus der Sicht der beiden Jungs mit jeweiligem Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Ein berührend tiefgründiges Buch, das betroffen macht. Beste Empfehlung für Jugendliche ab 14 und Erwachsene.
Barbara Riedl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Glasgow boys
Margaret McDonald ; aus dem schottischen Englisch von Swen Lasse Awe
Ullstein Jugendbuch (2026)
359 Seiten
kt.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 14