Im Rausch der Seiten
Es gibt überraschend viele verschiedene Formen und Spielarten der Bibliophilie. Nicht immer dienen sie edelmütigen Zwecken, wie Pechmann am Beispiel der Bücherdiebe zeigt. Einer davon ist Giovanni Battista Pamphili, der spätere Papst Innozenz X.,
der versuchte, beim Besuch einer Bibliothek ein seltenes Buch zu entwenden. Ganz anders hingegen der "Bücherfresser" Antonio Magliabechi, Leiter der Palastbibliothek in Florenz, ein Mann mit einem phänomenalen Gedächtnis. Er lebte mit Büchern, in Büchern, für Bücher und konnte 30.000 sein Eigen nennen. Auf über 100.000 Bücher brachte es die Amerikanerin Ruth Baldwin. Mit ihrer weltweit größten Sammlung von Kinderbüchern eröffnete die Bibliomanin eine eigene Bibliothek – die Kinder allerdings weder betreten noch nutzen durften. Eine ganz üble Spezies sind die Biblioklasten: Sie zerstören, verstümmeln und entsorgen Bücher, ohne Rücksicht auf ihre Kostbarkeit, Einzigartigkeit und Schönheit. Denn dies sind die Eigenschaften, die wahre "Bücherperlen" ausmachen. Die Sammlung kurzweiliger, anekdotischer Texte ist ein Lesegenuss für alle, die Bücher lieben und sich vom "Rausch der Seiten" verzaubern lassen. Absolute Empfehlung!
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Rausch der Seiten
Alexander Pechmann
Schöffling & Co. (2026)
191 Seiten
fest geb.