Die Sprache meines Bruders
Die Brüder Kasimir (genannt Kasi) und Parker leben in einem heruntergekommenen Haus am Ende einer Sackgasse irgendwo in den USA. In einer Sackgasse stecken auch ihre Leben. Kasi sitzt zu Hause herum und wartet, wobei unklar bleibt, worauf. Parker
arbeitet als Chauffeur. In Kapiteln aus Sicht von Kasi, Parker und Parkers Ex-Freundin Luzia wird die Geschichte der beiden Brüder und ihrer Familie in Form von inneren Monologen erzählt. Dabei bleibt vieles unklar, die Geschichten ergänzen sich, aber die Lesenden erfahren nur, was sich die jeweils erzählende Figur aus Bruchstücken zusammenreimt. Parker und Kasi gelingt es zwar, aus ihrer festgefahrenen Lebenssituation auszubrechen, aber am Ende besteht nur für Parker sowas wie Hoffnung auf eine Zukunft. – Gesa Olkusz erzählt nah an ihren Figuren, was den Lesenden vor allem zu Beginn eine Menge Rätsel aufgibt – die auch nicht allen gelöst werden. Ihr Roman handelt von gescheiterten Träumen, vom Mut zum Aus- und Aufbruch, von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, von Einsamkeit und Fremde, die nicht zur Heimat wird. Lesenswert für an moderner Literatur interessierte Leser:innen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
Die Sprache meines Bruders
Gesa Olkusz
Residenz Verlag (2025)
171 Seiten
fest geb.