Lesereise Tschechien
Autorin Irene Hanappi stellt die Menschen, die in den jeweiligen Orten lebten und wirkten, in den Vordergrund dieser Lesereise. So macht sie sich selbst auf Spurensuche nach dem Vater des Lebensgefährten ihrer Mutter, der in Mikulov aufgewachsen ist.
In Olomouc spürt sie der Freundschaft von Paul Engelmann und Ludwig Wittgenstein nach und durchstreift den Nationalpark Podyji mit Gedanken an diejenigen, die hier vor dem Kommunismus flüchteten. – Hanappi mäandert sprachlich von einem zum anderen, nicht immer ganz logisch, und beschreibt in einem Kapitel das Reisen durch Tschechien anhand des Buchs von Ladislav Zibura. Das macht das Eintauchen manchmal etwas mühsam. Es gibt aber auch beeindruckende Passagen wie das Engagement des Vereins der Freunde jüdischer Kultur oder das spannende "Wohnungswandern" durch Pilzen. – Tschechien ist 2026 Gastland der Frankfurter Buchmesse, daher für größere Büchereien eine Überlegung wert.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Lesereise Tschechien
Irene Hanappi
Picus Verlag (2026)
130 Seiten
fest geb.