Strong & weak
Felicity geht nach New York, um Kunst zu studieren und ihren bis dahin unbekannten Vater kennenzulernen. Sie begegnet Elijah, dem Sohn einer der einflussreichsten Frauen New Yorks. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, wahren aber Distanz. Felicity
hat Bedenken wegen der Standesunterschiede, Elijah leidet unter einem Entführungs-Trauma seiner Kindheit und hält sein Leben streng getaktet unter Kontrolle. Der Roman beginnt verheißungsvoll und liest sich leicht weg. Die Protagonisten Felicity und Elijah wecken das Interesse der Leserin. Aber dann geht es auf knapp fünfhundert Seiten um ihre inneren Kämpfe und die gelegentlichen Begegnungen. Die Beziehung zu ihrem Vater, zu den Halbschwestern und zur Mutter, die ihr über Jahre hinweg den Vater vorenthielt, ihr lang ersehntes Studium und die schreckliche WG, in der sie landet, werden nur am Rande gestreift und nicht aufgelöst. Das irritiert die Leserin besonders am Ende, wenn das Buch mit einem Cliffhanger endet und auf die nächsten Folgen verweist. Wer es mag, sich in der Welt der ‚Reichen und Schönen‘ zu bewegen und in Illusionen zu baden, wird hier großzügig bedient. Die Leserin hätte sich etwas mehr Tiefgang gewünscht.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Strong & weak
Lena Kiefer
LYX (2024)
Cold heart
478 Seiten
kt.