Der schwarze Winter
Die Schwestern Rosemarie und Silke sind mit einem Flüchtlingstreck aus Danzig nach Norddeutschland gekommen. Von dem Stoffgeschäft ihrer Eltern ist ihnen nur die Geschäftstüchtigkeit geblieben. Sie schlagen sich nach Hamburg durch, um dort ihr
Glück zu versuchen. Doch im Winter 1946 hungert und friert die ganze Stadt. Ohne Papiere haben die beiden kein Anrecht auf Bezugsscheine für Lebensmittel. Das Glück führt sie in das Friseurgeschäft des Schiefhannes. Hans, der ein verkürztes Bein hat, hilft den Schwestern anzukommen und ermuntert sie, ein Lokal für die britischen Besatzungssoldaten zu eröffnen. Während des Krieges hatte er in seinem Keller verfolgte Menschen vor den Nazis versteckt. Auf dem Schwarzmarkt sieht man es nicht gerne, dass junge Frauen die lukrative Bar führen. Skrupellose Gestalten stellen sich Rosemarie, Silke und ihrer Clique in den Weg. Als sie einen Mädchenhändlerring aufdecken, gerät ihr Leben in Gefahr. - Lindemann beschreibt die Not und den Hunger der Menschen im Nachkriegsdeutschland. Die handelnden Personen sind klar in Gut und Böse getrennt. Der historische Roman ist ein leicht zu lesender Schmöker mit Happy End.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Der schwarze Winter
Clara Lindemann
HarperCollins (2021)
382 Seiten
fest geb.