Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft

Era lebt mit ihrer Mutter in einer Hütte am Waldrand, etwas abgelegen von der Stadt. Ihre Mutter will hier in Ruhe ihrer Forschung nachgehen, sie arbeitet mit einer Hochschule zusammen. Das hat auch auf Era abgefärbt, die in Zeiten des Artensterbens Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft Vögel untersucht und dokumentiert. Dann stößt Era online auf Maja, die zusammen mit ihrer Schwester in Livestreams Dinge in die Luft sprengt. Era wird zu einer regelmäßigen Zuschauerin und so lernen die beiden sich kennen. Sie erfährt, dass Maja das Kind zweier bekannter Influencerinnen ist und sie es hasst, dass ihre ganze Kindheit im Internet gefilmt wurde. Was sie im Wald sprengt, sind Festplatten, auf denen die Aufnahmen von ihr gespeichert sind – ein symbolischer Akt ihrer Befreiung. Era und Maja verstehen sich gut und werden schnell Freundinnen. Doch dann zerstört ein Waldbrand Eras Haus und Maja gerät wegen der Sprengungen in einen heftigen Konflikt mit ihren Eltern. Wie soll ihr Leben weitergehen? – Das Buch besticht durch seinen außergewöhnlichen Schreibstil, der sich von anderen Büchern abhebt. Viele Zusammenhänge bleiben implizit und fordern die Lesenden zum Nachdenken auf. In diesem Geflecht entfaltet sich die Geschichte von Maja und Era, die sich als völlig gegensätzliche Charaktere darstellen und trotzdem gut zusammenpassen. Durch seinen manchmal kritischen Stil lädt die Geschichte auch dazu ein, den eigenen Lebensstil kritisch zu hinterfragen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)

Julian Schirm

Julian Schirm

rezensiert für den Borromäusverein.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft

Fiona Sironic
Ecco (2025)

205 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622345
ISBN 978-3-7530-0106-7
9783753001067
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.